Handwerksberuf Schlosser und Metallbauer

Die Geschichte der Handwerksberufe Schlosser und Metallbauer
Der Metallbau ist einer der ältesten Handwerksberufe. Ab dem 14. Jahrhundert bildeten die Kleinschmiede ihre eigene Zunft. Ihre Produkte waren Tür-, Vorhänge-, Truhen- und Kassettenschlösser, Schlüssel sowie Beschläge, Türbänder, Türgriffe und Türklopfer, so dass sich die Berufsbezeichnung des „Kleinschmied“ in „Schlosser“ wandelte.
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert änderte sich das Tätigkeitsfeld der Schlossereien. Die zur industriellen Produktion erforderlichen Maschinen mussten gefertigt und gewartet werden. Das Bau- und Kunstschlossergewerbe (auch Stadtschlosserei genannt), welches sich mit der Erzeugung bautechnischer Metallprodukte, wie Gitter, Geländer, kleinere Stahlkonstruktionen beschäftigt, und die Maschinenschlosser bildeten eigene Sparten des Handwerks.[1]
Ab 1989 wurden einige Berufe neu geordnet und anders benannt. Aus dem Bauschlosser wurde der “Metallbauer – Konstruktionstechnik”, dem Kunstschlosser der “Metallbauer – Metallgestaltung” und aus dem Landmaschinenschlosser der “Metallbauer – Nutzfahrzeugbau”. Die ursprünglich dreijährige Ausbildungszeit wurde auf 3 ½ Jahre verlängert.

Bild: Der Schlosser (Was willst du werden, um 1880) aus dem Handwerkerleben. Berlin : Winckelmann [c. 1880].
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schlosser_1880.jpg

Aufgaben einer Schlosserei

Der Schlosserberuf und die damit fachlich zugeordneten Betriebe und Betriebsabteilungen waren im Handwerk (bis 1989) und in der Industrie (bis 1987) je nach Aufgabengebiet in verschiedene Berufszweige unterteilt.

Schlosserberuf im Handwerk
Die Betriebe des Handwerks, speziell im Baugewerbe, mit ihren oft kleinteiligen Bedarfsfertigungen sind gemeinhin das, was auch heute noch unter einer Schlosserei verstanden wird. Die Sparten, nach den Berufsgruppen unterteilt, waren:

  • Bauschlosser: Stahlbauteile im Baugewerbe, zum Beispiel Geländer, Stege, kleinere Treppen, Tore, Türen
  • Kunstschmied und Kunstschlosser: Metallgestaltung meist im Baugewerbe, zum Beispiel kunstvoll gestaltete Gitter, Zäune, Tore
  • Kfz-Schlosser: allgemeine Tätigkeit im Nutzfahrzeugbau, Wartung und Reparatur von Fahrzeugen, Herstellung von Fahrzeugaufbauten

Die Tätigkeiten der Bauschlosser und der Metallgestalter lassen sich nur schwer voneinander abgrenzen. Deshalb wurde bei der Neuordnung des Handwerks die Sparte der Schlosserarbeiten mit den Schmiedearbeiten zum Metallbau gemäß DIN 18360 zusammengefasst.

Verwendete Materialien und Leistungsumfang

  • Geländer aus feuerverzinktem Stahl und Glas
  • Metallfassade aus feuerverzinktem Stahl

Der Metallbau befasst sich mit der Verarbeitung von Metallen und auch deren Verbund mit Nichtmetallen. Die größte Bedeutung hat hierbei die Verarbeitung von Stahl, sowohl als warmgewalzter Baustahl gemäß EN 10025 als auch als nichtrostender Stahl gemäß EN 10088. Vor allem im Fenster-, Fassaden- und gelegentlich auch im Geländerbau ist die Verarbeitung von Aluminium gemäß DIN 17611 von Bedeutung. Der Verbund mit Kunststoffen und Glas ist Bestandteil bautechnischer Konstruktionen, wie Fensterbau, Wintergärten und Geländeranlagen.

Bild: Briefmarke der Post: Der Schlosserberuf im Wandel der Zeit
Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4439415

Konstruktionen des Metallbaus

Zu den dem Metallbau zugeordneten Konstruktionen zählen unter anderem die Herstellung und Montage von:

  • Fenstern
  • Türen
  • Metallfassaden und -bekleidungen, abgehängte Metalldecken
  • Fensterwände, auch Schaukästen
  • Vordächer, Wintergärten, Überdachungen
  • Spiel- und Turngeräte
  • Tore, Klappen, Scherengitter
  • Bühnen, Stege, Abdeckungen
  • Metalltreppen und Geländer

Bei Laufstegen, Bühnen und Treppen sind die Einschränkungen der EN 1993 zu beachten. Ab einer dort definierten technischen Anforderung, wie die Tragwerkgröße, fällt die Konstruktion nicht mehr in den Bereich der Metallbauarbeiten und die weit höheren technischen Anforderungen der Europäischen Norm sind zu beachten. Für Schweißarbeiten wird dann unter Umständen eine Zulassung der Betriebe kleiner oder großer Eignungsnachweis zum Schweißen gefordert.
 

Bildquelle wikimedia:

Was willst du werden? Bilder aus dem Handwerkerleben. Berlin : Winckelmann [c. 1880].
https://publikationsserver.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00000286

Briefmarke der Post: Der Schlosserberuf im Wandel der Zeit
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